Eine Wendung
In diesen Tagen scheint mich die Welt zum Schreiben zwingen zu wollen.
Die Gefühle, die Erlebnisse, die Eindrücke werfen sich mir geradezu entgegen.
Warum es so ist, warum mein Leben sich entschlossen hat, ein Film mit desaturierten Farben und Indie-Soundtrack zu werden, ist nicht ganz klar. Aber ich muss diese Inspiration nützen, denn sonst wendet sich sich gegen mich.
Und dann kommt der Moment...
...in dem dir klar wird, dass alles ganz anders ist. Dass du nicht gefühllos und kalt sein kannst. Dass es plötzlich nicht mehr um dich selbst geht. Dass du dir Sorgen machst, um einen anderen Menschen.
Und du verstehst nicht, wie es passieren konnte.
Ein Eingeständnis
Es ist der erste etwas kühlere Abend seit Tagen. Die Nachtluft weht durch die offene Balkontür, streicht kalt um meine Beine, kühlt mein überhitztes Gemüt. Sie sind ungewohnt, diese Gefühle. Ich versuche sie zurückzudrängen, sie kommen mit immer neuer Wucht zurück. Der Wunsch nach Nähe ist überwältigend.
Ich weiß es nicht. Ich weiß nichts. Ich weiß nicht, ob es eine Fortsetzung geben wird, ob diese eigenartigste aller meiner Geschichten jemals ein Ende finden kann oder für immer in der Schwebe bleibt. Ich weiß nicht, ob ich mit meiner Verwirrtheit etwas im Keim erstickt habe, dass etwas Großes sein hätte können. Ich weiß nicht was ich fühle, ich weiß nicht was ich fühlen will. Ich weiß nur eines – ich denke an ihn. Immer.
Und fort
Der Anfang:
Das Leben in der Stadt, und vielleicht ganz besonders das Leben in dieser Stadt, ist dem Einzelgängertum zuträglich. Die Einsamkeit tut mir nicht weh, oft ist sie mir lieb, denn sie erlaubt es mir, durch die Straßen zu streifen, wirren Ideen zu folgen, meine Launen auszuleben, ohne andere Menschen zu irritieren.
Von nun an geht es wenn dann nur hier weiter: http://imzwiespalt.twoday.net/
Myblog fühlt sich inzwischen unangenehm an.
Mehr nicht
Und hier die letzten Fragmente einer Geschichte über eine Frau und einen Mann, über Kälte und gleichzeitige Anziehung, über Angst und Wunsch, die sich noch als Blogeinträge verwursten lassen. Eine Geschichte, die in dieser Art wohl doch nicht geschrieben wird.
Ich weiß, dass ihn sein Klavierschüler fürchten, ihn für humorlos und übertrieben streng halten. Und in diesem Moment kann ich ihre Angst und Abneigung fast nachvollziehen. Er schließt den Deckel der Tastatur betont langsam und kontrolliert und verlässt, ohne mich anzusehen, den Raum. Ich sehe, wie er in seiner Tasche nach Zigaretten und Feuerzeug sucht, wahrscheinlich wird er sich in der Sekunde, in der er aus dem Haus tritt, eine Zigarette anzünden.
Ich selbst bleibe noch einen Moment stehen, versuche mir klar zu werden, was gerade passiert ist. Dann, ohne mir auch nur über das Geringste klar geworden zu sein, gehe ich auch.
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Ich blicke ihn an, es wird ein ungewollter Kampf der Blicke, ich weiß in dem Moment, in dem ich darauf eingehe, dass ich nur verlieren kann. Und so bin es auch tatsächlich ich, die schließlich die Lieder niederschlägt und sich abwendet. Ich drehe mich zum Fenster, sehe hinaus, höre hinter mir sein Feuerzeug klicken. Ich weiß, es ist pure Provokation, denn er vermeidet es normalerweise in meiner Wohnung zu rauchen, auch wenn ich es ihm nie ausdrücklich verboten habe. Ich weiß nicht, ob mich diese absichtliche Unhöflichkeit verletzt, es ist es mir auch nicht wert, in irgendeiner Weise darauf einzugehen. Schließlich drehe ich mich doch wieder um, blicke in wieder an und er mich, doch diesmal ist es kein Kampf, es ist ein kaltes Abschätzen. Ich weiß nicht, wie er mich sieht, und was er über das, was er sieht, denkt. Er hat sich kaum verändert, wirkt blass und hager wie immer, die Finger, die die Zigarette halten, sind immer noch denen eines Skeletts ähnlich.




